Begleitende Kinesiologie
an der Kieler Förde

Erste-Hilfe-Koffer

Die Kinesiologie bietet viele Selbsthilfe-Werkzeuge mittels derer wir unser System wieder in die Balance bringen können, falls es notwendig ist.

Im folgenden gebe ich Ihnen einige Ratschläge und eine kleine Auswahl an leicht umsetzbaren, sehr effektiven Übungen, die Sie für sich und Ihre Familie nutzen können.

 

1. Wasser trinken

Der menschliche Körper besteht zu ca. ¾ aus Wasser, wobei z.B. unser Gehirn zu 85 - 90% aus Wasser besteht und unser Blut zu 85 - 95%. Wasser erfüllt verschiedenste Aufgaben im Körper. Es ist unser Lebenselixier und Lebensspender. Es erhält unsere geistige und körperliche Leistungsfähigkeit und trägt dazu bei, die Körpertemperatur zu regulieren. Nur wenn wir ausreichend mit Wasser versorgt sind, funktioniert unsere Blutzirkulation optimal und die Nervenzellen können richtig miteinander kommunizieren.

Abhängig von Alter und Geschlecht und den jeweiligen Umständen sollte man mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser täglich zu sich nehmen.

(Flugpiloten trinken z.B. auf einem Langstreckenflug mind. 4 Liter Wasser!)

 

2. ATEMÜBUNGEN

Auch die Atmung ist wie die Wasserversorgung für den menschlichen Körper lebenswichtig. Sie wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Sind wir z.B. gestresst, atmen wir eher schnell und flach, auch wenn wir zu lange sitzen und/oder zu enge Kleidung tragen. Dauerhaftes, flaches Atmen kann dem Zellstoffwechsel und der Konzentrationsfähigkeit schaden und ist somit belastend für den gesamten Körper. Eine tiefe und langsame Atmung dagegen trägt zur Beruhigung und Entspannung bei und fördert die Gesundheit und das Wohlbefinden.


Atemübung: Bauchatmung

Unsere natürliche Bauchatmung fließt tief in den Bauch hinein. Es ist sehr sinnvoll, die natürliche Atmung ab und zu bewusst zu üben. Dies stärkt nicht nur Ihre eigene Achtsamkeit, sondern aktiviert auch Ihre Lebensenergie.

  1. Legen Sie eine Hand auf Ihren Bauch.
  2. Atmen Sie tief durch die Nase ein.
  3. Spüren Sie bewusst, wie sich Ihr Bauch beim Einatmen ausdehnt und fühlen Sie, wie sich Ihre Hand mit der Bauchdecke hebt.
  4. Beim Ausatmen senkt sich die Hand auf der Bauchdecke und der Bauch zieht sich wieder etwas zusammen.


Atemübung: 4 ein & 6 aus

Diese Übung kann im Sitzen oder Liegen durchgeführt werden.

Die ideale Übungsdauer beträgt mindestens 5 Minuten. Sie atmen 4 Sekunden lang ein und anschließend 6 Sekunden lang aus.

Bei dieser Übung geht es um das Verlangsamen unserer Atmung.

Normalerweise atmen wir mindestens 12 Mal in der Minute, doch hier üben wir, nur 6 Mal in der Minute zu atmen. Wir verkoppeln damit unseren Herzschlag mit der Atmung.

Wir atmen in die Tiefe und fördern damit die Durchblutung des Solarplexus. Das hat die Ausschüttung von bestimmten Neurotransmittern zur Folge, die dann im Gehirn den Sympathikus ausschalten (sozusagen Adrenalin abbauen) und den Parasympathikus anschalten, der das System herunterfährt und in die Entspannung bringt; der Körper kann regenerieren und heilen.

  1. Machen Sie es sich bequem, schließen Sie Ihre Augen und konzentrieren Sie sich ganz auf Ihre Atmung.
  2. Durch die Nase vier Sekunden lang tief einatmen und während des Einatmens innerlich zählen: EINS – ZWEI – DREI – VIER
  3. Dann durch den Mund 6 Sekunden lang ausatmen und während des Ausatmens innerlich zählen: EINS – ZWEI – DREI – VIER – FÜNF – SECHS.

Schritte 1 bis 3 für mindestens 5 Minuten wiederholen.

Tip:   Wenn Sie diese Atemübung mehrmals am Tag ein paar Wochen lang trainieren, dann werden Sie in zukünftigen Stress erzeugenden Situationen in der Lage sein, mit wenigen Atemzügen sofort zu entspannen. 

(Biathleten z.B. können mit wenigen Atemzügen ihre Herzfrequenz so herunterfahren, dass sie nach den auspowernden Skirennen in der Lage sind, präzise zu schießen!)

 

3. NAGELMASSAGE

Mithilfe der Nagelmassage können Sie schnell und unkompliziert die Meridianenergie anregen und das System in die Entspannung und Beruhigung bringen. Da alle 12 Hauptmeridiane an den Nagelfalzwinkeln der Finger- bzw. Zehennägel beginnen oder enden, massieren wir diese und zwar beidseitig.

Dazu beginnen wir an der rechten Hand und massieren mit leichtem Druck (am besten mit Daumen und Zeigefinger) gleichzeitig den inneren und äußeren Nagelfalzwinkel des rechten Daumens und dann nacheinander auf die gleiche Weise die Nägel der übrigen Finger dieser Hand.

Die gleiche Massage führen wir an der linken Hand durch und im Anschluss daran massieren wir nacheinander die Nagelfalzwinkel aller Zehen durch, beginnend mit dem rechten großen Zeh.

Diese Massage ist auch sehr gut geeignet für Babys und Kleinkinder. Sie wirkt entspannend und beruhigt auch zappelige Kinder.

 

4. TIBETISCHE ACHTEN

Laut der tibetischen Gesundheitslehre verläuft der Energiefluss am Körper in Form einer Acht; dieser ist dem Meridianfluss untergeordnet.

Man kann diese Energiefluss-Technik an einzelnen Körperteilen, aber auch an besonderen Bereichen anwenden. Sie können die Achten direkt auf der Haut massieren oder über der Körperoberfläche abfahren.

Diese Technik eignet sich z.B. sehr gut bei Einschlafstörungen oder allgemein bei zu viel „Kopfkino“:

  1. Mehrmaliges Abfahren der Acht auf dem Kopf (es handelt sich um eine – von der Nase aus gesehen – stehende Acht, die auf dem Mittelscheitel liegt).
  2. Danach über das ganze Gesicht nach unten Richtung Körper.
  3. Zum Schluss horizontal über die Stirn.

Auch bei Schmerzstellen oder Wunden hat sich diese Energiefluss-Technik bewährt, besonders bei kleineren Kindern. Dafür einfach immer wieder eine liegende Acht über die Schmerzstelle bzw. Wunde streichen bis der Schmerz abnimmt oder ganz aufhört.

 

5. THYMUSDRÜSE

Klopfen oder Reiben der Thymusdrüse ist eine schnelle und effektive Methode, um Stress abzubauen und die Abwehrkräfte zu stärken.

Die Thymusdrüse ist verantwortlich für die Produktion bestimmter Hormone, die wiederum die Reifung der Immunzellen in den Lymphknoten steuern. Somit ist die Thymusdrüse Teil des lymphatischen Systems und spielt eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr.

Die Thymusdrüse liegt im mittleren Bereich des Brustkorbes hinter dem Brustbein, etwa 4 Finger breit in der Körpermitte unterhalb der Halskuhle.

Es ist besonders empfehlenswert die Thymusdrüse in Schreck- oder Schockmomenten zu stärken oder wenn wir das Gefühl haben, dass wir krank werden. Dazu klopfen oder reiben Sie die Thymusdrüse ca. 20 Mal mit den Fingerspitzen oder der Faust, am besten mehrmals am Tag.